Chapter 287: Du hast keine Berechtigung, einen solchen Ort zu betreten - Incubus Leben in einer Welt von Superkraft-Nutzern - NovelsTime

Incubus Leben in einer Welt von Superkraft-Nutzern

Chapter 287: Du hast keine Berechtigung, einen solchen Ort zu betreten

Author: Anime_timez24
updatedAt: 2025-08-30

CHAPTER 287: DU HAST KEINE BERECHTIGUNG, EINEN SOLCHEN ORT ZU BETRETEN

Hinter ihr, jedes Mal, wenn sie ihre Augen auch nur für einen Moment abschweifen ließ – da war es wieder. Ein Flackern von Bewegung, das zu schnell verschwand, um es zu verfolgen.

Ein Splitter von Schatten, der sich genau in dem Moment verschob, als ihr Fuß aufsetzte. Im Glas einer nahegelegenen Vitrine ging eine Gestalt hinter ihrem Spiegelbild vorbei – langsam, bedächtig, ohne Eile, was sie nur noch mehr hervorstechen ließ.

Sie hielt nicht an, sondern bewegte sich leicht in Richtung eines Händlers, der alte Taschenuhren verkaufte. Nicht um zu kaufen, nicht einmal um sich zu unterhalten, nur genug, um sich hinüberzulehnen und unter ihrem Atem zu murmeln: "Jemand vermischt Druck mit Behaglichkeit.

Subtile Technik. Alt." Der Händler zuckte nicht zusammen. Er war nicht Teil des Gesprächs – und sollte es auch nie sein.

Sie bewegte sich weiter.

Zwei Minuten später bog sie scharf nach links ab und schlüpfte in einen engen Überlauftunnel, der kaum breiter als ihre Schultern war.

Beton drückte von beiden Seiten, und der Raum über ihr reichte gerade aus, um hindurchzugehen, ohne sich den Rücken aufzuschürfen.

Als sie am anderen Ende herauskam, hatte das Licht sich gedämpft. Es kam tiefer, weicher – abgeschirmt durch übereinanderliegende Dächer und die Kurve schräger Metallträger darüber.

Ihr Unterschlupf lag direkt vor ihr.

Von außen war er unverändert – Staub auf dem Rahmen ungestört, Siegelschlösser schwach leuchtend in genau dem Pulsmuster, das sie früher in dieser Woche kalibriert hatte.

Die Fäden waren intakt, und die räumliche Falte hielt. Kein Einbruch. Keine Manipulation.

Und dennoch...

Sie trat ein, leise, den Atem locker in ihrer Brust haltend.

Und hielt inne.

Ihr Blick ging direkt zu der alten Kiste, die sie als Tisch benutzte. Darauf stand eine Tasse – aus Keramik, klein, schlicht. Dampf stieg daraus auf, dünn und stetig.

Sie ging nicht vorwärts.

Sie rief nicht.

Sie stand in der Türöffnung mit geradem Rückgrat. Ihre Sinne erweiterten sich nicht in Richtung Geräusch oder Licht, sondern Auradruck, Magie-Rückstände und Absichtsspuren.

Was sie spürte, war nicht feindselig.

Es war auch nicht verborgen.

Es war platziert. Absichtlich. Als hätte jemand den Raum betreten, die Tasse abgestellt und ihn verlassen in dem vollen Bewusstsein, dass sie zurückkommen und sie finden würde.

Keine Bedrohung. Kein Spiel.

Nur... Präsenz.

Sie wartete. Dann sprach sie leise, ohne den Kopf zu drehen oder ihre Stimme zu erheben.

"Du hast mich gesehen. Und dich entschieden, nicht zuzuschlagen."

Es kam keine Antwort. Nicht einmal Stille, die darauf hindeutete, dass eine kommen könnte.

Nach ein paar weiteren Atemzügen trat sie ein.

Ihre Stiefel machten kein Geräusch, als sie den Raum durchquerte und vier langsame Schritte machte. Dann hob sie die Tasse und ließ sie sanft gegen ihre Wange ruhen. Sie war warm und frisch, nicht kochend und nicht abkühlend.

Sie stellte sie zurück, öffnete einen Handschuh und ließ ihre bloßen Finger den Rand des Tisches streifen.

Gerade genug, um sich zu erden. Um zu fühlen, dass ja – dies war keine Illusion. Jemand war wirklich hier in ihrer Falte gewesen.

Sie setzte sich.

Wartete.

Lauschte.

Draußen ging der gedämpfte Lärm des Marktes in trägen Summen weiter. Keine plötzlichen Ausbrüche. Keine scharfen Veränderungen.

Nur ein konstantes, leises Hintergrundgeräusch – als hätte die ganze Stadt sich in eine lauschende Stille verwandelt. Als würde sie nicht nach ihr jagen... sondern stillhalten. Beobachten. Warten.

Schließlich stand sie auf, überprüfte ihre Siegel erneut. Alle stabil. Tarnungsfäden ungestört. Keine Verzerrung in den inneren Falten.

Die Fallen waren nicht ausgelöst worden, weil sie nicht ausgelöst werden sollten. Wer auch immer hier gewesen war, hatte um sie herum gearbeitet – sie nicht blind vermieden, sondern umgangen, indem er genau wusste, was sie auslösen würde und was nicht.

Bei ihr war nicht eingebrochen worden.

Sie war... eingeladen worden.

Sie blieb noch acht weitere Stunden dort.

Keine Bewegung.

Keine neuen Besuche.

Sie führte Diagnosen an ihren Schichten durch, setzte ihre Scrambler zurück und ersetzte Echo-Fäden. Jede Messung kam klar zurück, aber sie glaubte es nicht – nicht wirklich.

Sie begann, ihre Route von früher nachzuverfolgen – mental, langsam, mit der Art von obsessiver Sorgfalt, die Feldagenten nach zu vielen knappen Situationen lernen.

Jede Gasse, die sie überquert hatte, jedes Fenster, an dem sie vorbeigegangen war, jede subtile Pause, die sich nicht ganz richtig angefühlt hatte.

Es ergab keinen Verfolger.

Es ergab ein Muster.

Ein System.

Sie wurde nicht von einer Person beobachtet. Sie bewegte sich innerhalb eines Netzwerks.

Niedriger Druck. Hohe Präzision. Nicht gebaut, um einzuschüchtern, sondern um zu reagieren – zu studieren.

Um die neunte Stunde holte sie ihre Kartierungswerkzeuge heraus.

Nicht für Geographie.

Für Einfluss.

Für Druckströmungen.

Sie markierte Kreuzungen, an denen ihre Anwesenheit einen Stand dazu gebracht hatte, seine Waren zu verschieben, wo ein Händler eine halbe Sekunde pausierte, bevor er den nächsten Kunden begrüßte, und wo Schritte ihren Rhythmus zwei Sekunden nach ihrem Vorbeigehen verändert hatten.

Dies waren keine Zufälle.

Dies waren Druckechos.

Unsichtbare Schachfiguren, die sich als Reaktion auf ihre Handlungen bewegten.

Sie stand auf. Ruhig. Glättete die Falten in ihrem Mantel. Und verließ die Falte.

Diesmal versiegelte sie den Unterschlupf nicht hinter sich.

Wenn sie einmal hereingekommen waren, würden sie wieder kommen.

Sie bewegte sich durch ein Wartungstreppenhaus, das hinter einer falschen Ladenfront versteckt war, und tauchte dann in einem der Haupttransitringe auf. Der Fußgängerverkehr war hier dichter – bessere Tarnung.

Ihr Gang war fließend. Entspannt. Aber ihre Sinne arbeiteten auf Hochtouren.

Sie streifte einmal kurz ein Geländer, hinterließ einen Faden verzögerter Duftmagie – subtil, nicht nachweisbar, darauf abgestimmt, nur zu reagieren, wenn jemand das gleiche Metall innerhalb der nächsten Stunde berührte.

Sie ging an Studenten vorbei, die über Essensguthaben stritten, und an einem Verkaufsautomaten, der mitten im Zyklus steckengeblieben war.

Dann –

Ein Flüstern.

Direkt neben ihrem Ohr.

"Du hast keine Berechtigung, hier einzutreten."

Sie wirbelte herum.

Niemand.

Nicht ein Schatten. Nicht eine Veränderung im Wind. Nur leere Luft.

Sie erstarrte nicht. Sie griff nicht nach einer Waffe. Sie ging einfach weiter, als hätte sie es nicht gehört.

Eine Werbetafel über ihr flackerte, eine Schwebebike-Anzeige glitchte in Rauschen, blitzte dann zu einem schlichten grauen Bildschirm auf, bevor sie zurückkehrte.

Es gab keine Nachricht, kein Logo, aber das Timing stimmte mit dem Rhythmus ihres Atems überein.

Genau.

Sie griff reflexartig in ihre Manteltasche.

Und erstarrte.

Ihre Fingerspitzen berührten etwas, das sie nicht dort hineingelegt hatte.

Eine Münze.

Nicht aus Metall. Nicht aus Plastik.

Glatt.

Mit seltsamen Symbolen versehen – ineinandergreifende Dreiecke, kreisförmige Linien, ein Zentrum-Puls, der genau mit dem Rhythmus ihrer Aura übereinstimmte.

Sie warf sie nicht weg. Scannte sie nicht.

Steckte sie einfach in ihren Beutel.

Und ging weiter.

Der Rest des Tages verging in Bewegung. Keine Flucht. Keine Konfrontation. Nur stille Neukalibrierung.

Sie wechselte zweimal das Versteck. Rotierte ihre Tarnungsrunen. Durchlief jede Erkennungsschicht in ihrem Arsenal.

Nichts wurde ausgelöst.

Aber die Stille?

Sie hatte sich verändert.

Sie war kein Hintergrund mehr.

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