Chapter 303: Lass den Gott denken, was Er denken will, aber wenn Er immer noch Krieg will... - Incubus Leben in einer Welt von Superkraft-Nutzern - NovelsTime

Incubus Leben in einer Welt von Superkraft-Nutzern

Chapter 303: Lass den Gott denken, was Er denken will, aber wenn Er immer noch Krieg will...

Author: Anime_timez24
updatedAt: 2025-08-30

CHAPTER 303: LASS DEN GOTT DENKEN, WAS ER DENKEN WILL, ABER WENN ER IMMER NOCH KRIEG WILL...

"Dein Gott hat einen Ort betreten, den er nicht betreten sollte. Eine versiegelte Welt wurde berührt. Und etwas, das älter ist als die Erinnerung, wurde dadurch aufgeweckt."

Maevas Stimme erhob sich nicht und drängte nicht. Sie erfüllte einfach die Luft, ruhig und sicher. Sie machte einen weiteren Schritt, nicht hastig, nicht vorsichtig. Einfach entschlossen.

"Dies ist keine Warnung. Nicht von uns, jedenfalls. Sie kommt von denen über uns."

Sie blieb wenige Schritte vom Blassen Spiegel entfernt stehen, ihre Augen unlesbar.

"Sag deinem Gott—wenn er sich weiterhin wie ein wildes Wesen aus dem Ersten Riss verhält, werden andere es bemerken. Und wenn sie es tun, erscheinen sie nicht zum Reden."

Sie ließ das wirken.

"Sie kommen, um auszulöschen."

Arin hob das Siegel, das er hielt. Der Stoffstreifen funkelte nicht und leuchtete nicht. Er bewegte sich einfach, langsam und sicher, als er hinabsank und den Umhang des Blassen Spiegels berührte.

Er glitt ohne Widerstand in den Stoff. Kein Licht, kein Schmerz.

Aber es war jetzt da.

Und es würde bleiben.

Stille trat vor, leise wie ein Atemzug.

Er berührte ihre Haut nicht. Musste er nicht.

Seine Finger schwebten vor ihrer Brust, als würde er auf etwas Unsichtbares drücken.

Der Raum um sie herum veränderte sich.

Etwas faltete sich und bog sich nach innen.

Der Blasse Spiegel zuckte zusammen, aber da war kein Schmerz—nur ein sanfter und seltsamer Klang, den nur sie hören konnte—als ob etwas tief in ihr gerade abgeschaltet worden wäre.

Dann kam die Stille.

Es war nicht die Ruhe eines Raumes. Es war die Art von Stille, die kam, wenn ein Netzwerk starb. Wenn Verbindungen zusammenbrachen und Pfade dunkel wurden.

Torzugang—verschwunden.

Fluchtwege—abgeschnitten.

Sie stand noch immer und atmete noch immer.

Aber sie war mit nichts mehr verbunden.

Und genau so drehten sich die drei um.

Keine weiteren Worte.

Keine Drohung zurückgelassen.

Sie verschwanden nicht in einem Blitz oder lösten sich in Rauch auf.

Sie waren einfach nicht mehr da.

Zurückgezogen. Wie eine Flut, die sich zurückzieht, nachdem sie nur einen Blick auf das gewährt hatte, was darunter wartete.

Der Blasse Spiegel sank auf die Knie, nicht wegen einer Verletzung, sondern weil sie verstand.

Sie hätten sie töten können.

Sie taten es nicht.

Und das bedeutete mehr als jeder Schmerz es je könnte.

Weit über das Netzwerk hinweg, verborgen in Astralis’ tiefster Befehlsebene, blinkte ein kleines Signal einmal auf.

Rabenhand: Kontakt abgeschlossen. Siegel aktiv. Pfade geschlossen.

Der Direktor stand allein im Kontrollraum. Der Mantel auf seinen Schultern hatte sich nicht bewegt. Seine Augen lasen die Nachricht einmal.

Er lächelte nicht.

Sprach lange Zeit nicht.

Dann, unter seinem Atem, leise, mehr zum Raum als zu sich selbst:

"Lass den Gott nachdenken. Wenn er immer noch Krieg will..."

Er beendete den Satz nicht.

Musste er nicht.

Die Lichter erloschen eines nach dem anderen, und die Stille, die folgte, fühlte sich nicht wie Ruhe an.

Es fühlte sich an wie Warten.

Eine andere Art des Wartens.

Die Art, die kommt, kurz bevor die Welt sich wieder verändert.

Unterdessen brannte der Himmel über dem Nocturne-Herrenhaus sanft mit der letzten Berührung der Sonne.

Bernsteinfarbene Streifen erstreckten sich über tiefviolette Wolken. Die Luft war still—zu still, als hätte der Wind beschlossen, sich nicht einzumischen.

Lilith stand allein auf dem hohen Balkon, die Arme entspannt an den Seiten, ihr silberweißes Haar über eine Schulter drapiert. Es flatterte nicht.

Sie bewegte sich nicht.

Nicht als die Welle kam.

Eine Schriftrolle, schwarzgefiedert und lautlos, schwebte auf ihre Handfläche zu. Sie drängte sich nicht auf. Sie verharrte nahe ihren Fingern, wartend, als wüsste sie, dass es besser war, sie nicht ohne Erlaubnis zu berühren.

Lilith blickte hinab.

Dann streckte sie langsam die Hand aus.

Ein Tippen genügte. Die Schriftrolle entrollte sich selbst.

Eine Zeile.

Ein Symbol.

Das war alles, was sie enthielt.

Und das war genug.

Valcrest hatte gehandelt.

Rabenhand hatte sich bewegt.

Das Mädchen war markiert worden.

Lilith reagierte nicht. Ihr Gesicht blieb ruhig, die Lippen entspannt, der Ausdruck unlesbar.

Die Schriftrolle verblasste von selbst zu Asche, als ob ihre Aufgabe erfüllt wäre.

Lilith blieb noch einen Moment länger stehen und beobachtete, wie die Wolken die Farbe wechselten. Dann drehte sie sich um und ging hinein.

Ihre Schritte waren langsam, sanft. Ihre Pantoffeln hallten nicht auf dem polierten Boden wider, aber die Hallen spürten dennoch ihre Präsenz. Die Schutzzauber reagierten sanft, summend im Einklang mit ihrem Vorbeigehen.

Die Wände waren mit alten Porträts gesäumt—Erinnerungen aus Leben, über die nicht mehr gesprochen wurde. Liebhaber, Feinde, die Toten. Einige zu alt, um sie zu benennen, andere zu schmerzhaft, um sie zu vergessen.

Sie hielt vor einem inne.

Ein junger Junge.

Scharfe Augen. Dunkles Haar.

Nicht Ethan.

Valcrest.

Ihr Blick verweilte darauf. Dann ging sie weiter.

Sie bemühte sich nicht, sich zu maskieren, als sie ihr privates Arbeitszimmer erreichte. Kein Verhüllungsfeld. Kein geschichteter Zauber. Nur sie, vollständig präsent.

Die Tür schloss sich hinter ihr mit einem sanften Hauch von Geräusch.

Sie zog den Ring von ihrem Finger.

Für einen kurzen Moment füllte ihre Präsenz den Raum wie zurückkehrender Atem, erfüllt von einer starken und unverkennbaren Aura, die ihre Anwesenheit unmöglich zu ignorieren machte.

Sie seufzte nicht. Streckte sich nicht. Sie stand einfach still und ließ den Raum ihr Gewicht erinnern.

Dann bewegte sie sich zum entfernten Regal, drehte das Mana-Schloss an einer verborgenen Tafel und zog einen dünnen Splitter heraus.

Grau. Staubig. Alt.

Sie steckte ihn in ein kleines Becken.

Er aktivierte sich ohne Aufhebens.

Ein Bild stieg auf.

Die Stimme eines Jungen erklang zuerst, voller Schuld:

"Ich hätte etwas tun können, oder? Wenn ich nur früher dort gewesen wäre—"

Dann ihre eigene Stimme, leise und gleichmäßig, nicht grausam, aber ehrlich.

"Vielleicht. Oder vielleicht wärst du tot. Du warst nicht zu spät, Valcrest. Du warst einfach nicht bereit."

Sie erinnerte sich, wie sehr er das gehasst hatte.

Die Art, wie seine Augen aufblitzten, wie er seine Fäuste ballte. Damals verletzten ihn diese Worte mehr als alles andere.

Aber jetzt?

Jetzt ergaben sie für ihn Sinn.

Denn jetzt war er bereit.

Und es hatte ihn etwas gekostet, dorthin zu gelangen.

Lilith schaltete die Erinnerung ab und wandte sich wieder ihrem Schreibtisch zu.

Es gab keine Wut mehr in Valcrest. Kein Feuer.

Das war es, was ihr Sorgen machte.

Er war aufgewachsen, indem er diese Wut nährte. Sie hielt und formte.

Und dann hatten Lilith—und ihre Töchter—sie ihm genommen.

Sie beendeten den Kult, bevor er es konnte.

Also blieb ihm jetzt nur noch der kalte Teil.

Präzision.

Er traf das Mädchen nicht.

Er ging gegen den Gott vor.

Und anders als die meisten... zielte Valcrest nicht darauf ab zu verletzen.

Er zielte darauf ab zu beenden.

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