Chapter 307: Wut macht Lärm.... Aber das wird nichts ändern - Incubus Leben in einer Welt von Superkraft-Nutzern - NovelsTime

Incubus Leben in einer Welt von Superkraft-Nutzern

Chapter 307: Wut macht Lärm.... Aber das wird nichts ändern

Author: Anime_timez24
updatedAt: 2025-08-31

CHAPTER 307: WUT MACHT LÄRM.... ABER DAS WIRD NICHTS ÄNDERN

Nicht für die Öffentlichkeit.

Für diejenigen, die noch am Leben waren und wussten, wie sich echter Terror anfühlte – nicht nur Chaos, sondern die Art, die Stille in etwas Schweres umschrieb.

Der Kult?

Das war nur eine Nebelwand gewesen – eine Fußnote.

Und das Mädchen – Blasser Spiegel – war nie eine Prophetin oder göttliche Stimme. Sie war nicht dazu bestimmt, die Wahrheit zu sprechen.

Sie war ein Spiegel.

Und jetzt war er gesprungen.

Direktor Valcrest bewegte sich nicht. Er beobachtete nur den Bildschirm, ruhig, mit unlesbarem Blick, während der Puls der Karte erneut aufflackerte.

Diese schwache Signatur von etwas Beobachtendem. Etwas, das die Grenze der Präsenz streifte, wie Finger, die unter der Oberfläche stillen Wassers entlanggleiten.

Er sprach nicht sofort.

Er wartete nur.

Dann, in einem Ton, der keine Schwere trug, aber dennoch die Stille durchschnitt, murmelte er:

"Wut macht Lärm... aber das wird nichts ändern."

Und in der Stille, die folgte, verschob sich die Welt unter der Oberfläche weiter, leise, aber stetig. Als wäre sie noch nicht fertig.

Weit entfernt von der Hauptstadt und noch weiter von Sicherheit, hatte Blasser Spiegel nicht aufgehört, sich zu bewegen.

Sie rannte nicht.

Aber sie war auch nicht zur Ruhe gekommen.

Die Ruine, in der sie sich verkrochen hatte, war alt. Rissig. Vergessen. Einer jener Orte, wo der Wind sich nicht mehr bemühte und die Steine längst aufgehört hatten, Schritte zu echoen.

Deshalb hatte sie ihn gewählt. Das und die Tatsache, dass es keine Stromleitungen gab. Keine aktiven Signaturen. Keine Beobachter.

Aber selbst jetzt, selbst mit all ihren Verteidigungsschichten, fühlte sie sich nicht verborgen.

Sie presste ihren Rücken an eine abgenutzte Säule und blieb dort, ließ den kalten Stein ihren Atem verankern. Ihr Herz raste nicht.

Ihre Glieder zitterten nicht. Aber etwas in ihrem Inneren – ein dünner, straffer Faden – spannte sich immer weiter. Riss nicht, sondern wurde nur straffer.

Es war keine Angst. Nicht genau.

Es war das Gefühl, gesehen zu werden.

Nicht von jemandem, der durch ein Zielfernrohr oder eine Linse schaute.

Sondern von etwas, das keine Augen brauchte.

Sie versuchte, es abzuschütteln, sich wieder zu konzentrieren, aber das Unbehagen klebte an ihr, als wäre die Luft zu dick und zu still.

Als sie zuerst angekommen war, fühlte sich diese Welt einfach an.

Weich.

Ahnungslos.

Wie Glas, das darauf wartete, angetippt zu werden.

Aber jetzt... stimmte etwas nicht.

"Die Protokolle der Vereinigung sind ein Witz", murmelte sie, hauptsächlich zu sich selbst. "Aber der Kern..."

Sie beendete den Satz nicht.

Weil sie es nicht musste.

Sie hatte den Kult von Anfang an beobachtet. Seine Entwicklung verfolgt, seine Flüstern, die Rituale und geheimen Versammlungen. Sie kannte seine Struktur besser als manche der Leutnants.

Und dann, in weniger als einer Nacht, war er verschwunden.

Nicht zerrissen. Nicht entlarvt.

Einfach... ausgelöscht.

Keine Leichen. Keine Nachwirkungen.

Selbst die Erinnerungen waren verschwommen, als wäre die Idee des Kults aus dem kollektiven Gedächtnis gepflückt worden.

Sie zog ihren Mantel eng um sich und trat tiefer in die Ruinen. Der Staub bewegte sich kaum. Es gab nicht genug Wind hier, um zu stören.

Aber das machte die Stille schlimmer.

Sie griff in sich hinein, nach dem Faden – dem, der immer sanft unter ihrem Bewusstsein summte, die Linie, die sie mit dem Gott verband.

Und spürte wieder die Störung.

Er war nicht gebrochen, nur getrübt.

Als hätte jemand Rauschen in das Signal gerührt, bis sie nicht mehr unterscheiden konnte, was ihres war und was nicht.

Sie versuchte es erneut. Konzentrierte sich stärker.

Der Druck kam zurück.

Scharf. Kalt.

Sie zog sich mit einer Grimasse zurück.

"Sie haben es blockiert."

Die Worte kamen flach heraus. Nicht überrascht. Nur bitter.

Sie wusste nicht wie. Konnte nicht erklären, wie eine Welt, die an der Oberfläche so zerbrochen aussah, mit solcher Einheit handeln konnte, wenn es darauf ankam.

Es war, als hätte jemand dieses gesamte Ereignis vor Monaten kartiert, und jetzt blätterten sie einfach in Echtzeit die Seiten um.

Das war es, was sie am meisten beunruhigte.

Sie war nicht gekommen, um Menschen zu testen.

Sie kam, um die Nähte zu testen.

Die Ränder dieser Realität. Die weichen Teile. Die, die man schieben, erweitern und in Tore verwandeln konnte.

Aber es gab keine.

Die ganze Welt fühlte sich... verstärkt an. Älter als sie aussah. Abgenutzt, ja, aber nicht hohl. Nicht zerbrechlich.

Es fühlte sich an wie Stahl, der als Papier getarnt war.

Und das bedeutete, dass jemand auf etwas wie sie gewartet hatte.

Sie duckte sich unter einem umgestürzten Balken hindurch und bahnte sich ihren Weg zu einem eingesunkenen Gang, der früher unter die Erde führte. Der Raum war kalt, nicht wegen der Temperatur, sondern wegen etwas Tieferem.

Das Tor, das sie benutzt hatte, um diese Schicht – diese Welt – zu betreten, reagierte nicht mehr.

Nicht versiegelt.

Geschlossen.

Mit Absicht.

Sie war sich nicht sicher, ob es eine Falle oder eine Entscheidung war.

Und das machte es schlimmer.

"Ich dachte, sie wäre nur stark", flüsterte sie zu sich selbst. "Nicht umgeben."

Aber jetzt sah sie es deutlich.

Die Rituale. Die Schichten der Magie.

All das war um einen Jungen zentriert gewesen.

Ethan.

Kein König. Kein Anführer.

Aber beschützt wie einer.

Sie erinnerte sich an die Art, wie sich die Energie um ihn kräuselte – eng, bewusst, reaktionsschnell. Sie flammte nicht auf oder schlug nicht aus wie instabile Kraft. Sie versuchte nicht zu erschrecken.

Sie bemerkte sie einfach.

Sie schaute sie an.

Und sie sah keinen Feind.

Sie sah etwas, das es auszulöschen galt.

Nicht mit Hass.

Mit Ablehnung.

Sie bewegte sich langsam die Stufen hinunter. Schutt knackte unter ihrer Ferse, aber sie hielt nicht an.

Ihre Augen scannten weiterhin die Dunkelheit, nicht nach Wachen oder Sensoren oder Kameras.

Sondern nach Flimmern in der Luft. Nach Statik, die nicht dazugehörte.

Denn etwas an diesem Ort fühlte sich inszeniert an. Wie ein Theater, das kurz vor dem Öffnen des Vorhangs still geworden war.

Sie griff nach ihrem Splitter-Kommunikator.

Das Leuchten war schwach. Verzerrt. Jedes Mal, wenn sie versuchte, eine Nachricht zu senden, bog es sich seitwärts.

Sie konnte spüren, wie ihre Worte sich zu etwas anderem dehnten – verdreht, verzerrt, zurückgegeben nicht als Antworten, sondern als Schreie von Statik.

Sie zog sich schnell zurück und schaltete ihn ab.

Sie vertraute ihm nicht mehr.

Wusste nicht, ob der Gott sie überhaupt hören konnte.

Und zum ersten Mal fragte sie sich, ob diese Stille beabsichtigt war.

Sie kauerte sich neben eine alte Mauer, zog ihren Mantel enger um sich und atmete so gleichmäßig, wie sie konnte. Sie war für Anspannung trainiert. Dafür gebaut.

Aber das hier... das war anders.

Sie war in unzählige Welten gegangen.

Sie hatte Dingen gegenübergestanden, die Berge in Sekunden zerschnitten.

Aber keines von ihnen ignorierte sie.

Keines von ihnen schaute sie an, wie diese Welt es tat.

Nicht wie Beute.

Nicht wie eine Bedrohung.

Sondern wie Lärm.

Sie schluckte schwer.

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